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Oskar Meding /Palle Teil 3

Sammlung: Oskar Meding

Palle Teil 3

1828-1903, Oskar Meding

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 Titelverzeichnis auf eigenmensch.as von A-Z

 

II.

Francesco de Pazzi war, von seinen Fackelträgern begleitet, davon gestürmt, die frische, etwas rauhe Luft vermochte es nicht, seine heiße Stirn zu kühlen und in schweren Atemzügen arbeitete seine Brust.

»Ha,« sprach er vor sich hin, nur mühsam einen lauten Ausbruch vor den Lakaien zurückhaltend, »dieser elende Bube, kaum der Kinderstube entwachsen, wagt es, sich mir entgegenzustellen und diese Giovanna, von der Natur mit allem Reiz geschmückt, der aus den Blüten emporduftet und im Glanz der Sterne vom Himmel herableuchtet, sie, die Tochter des stolzen Gabriel Malaspina, wendet sich von mir ab und dem thörichten, unreifen Knaben zu, ihm giebt sie die Rose, die ich ihr bot, die ihr ein Zeichen meiner Liebe sein sollte! O, wenn es nicht so lächerlich wäre, mit diesem Cosimino, wie sie ihn nennen, in die Schranken zu treten, so sollte mein Degen sein girrendes Herz durchbohren! Alles, was mit diesen aus dem Staube aufgewachsenen Medici zusammenhängt, wird zum Fluch für uns und für alle alten Geschlechter von Florenz, die das ritterliche Schwert führten, ehe noch die Medici aus ihrem Kramladen hervorgetreten waren! – Vom Pöbel sind sie emporgetragen zur Macht über uns alle, und nun wagt dieser Rucellai gar, mir meine Liebe zu stehlen!«

Er spannte die Hand um den Griff seines Dolches und schritt so schnell vorwärts, daß die Fackelträger ihm kaum zu folgen vermochten.

Er ging über die Brücke, wendete sich vor dem Castell San Angelo links und kam bald zu dem am Ausgange der Via de Longara in der Nähe von St. Peter liegenden Palast des Grafen Girolamo Riario, einem villenartigen Gebäude, hinter dem sich ein großer Garten nach dem Tiber hin ausdehnte.

Der Vorhof und die Fenster des Palastes waren hell erleuchtet, in dem Vestibül standen zahlreiche Diener und führten Francesco sogleich über die Marmortreppe zu der nach dem Garten hin gelegenen Wohnung des Grafen. Alles war hier mit höchster Pracht und verschwenderischer Üppigkeit ausgestattet, es fehlte die edle Einfachheit, welche in Tornabuonis Wohnung herrschte, wenn auch überall ein seiner Geschmack und ein harmonischer Schönheitssinn zu erkennen waren, wie das zu jener Zeit in Rom nicht anders sein konnte, wo die Kunst auch das häusliche Leben und die Wohnstätten der vornehmen Welt so sehr erfüllte, daß der Glanz des Reichtums und des Luxus sich kaum in geschmackloser Weise geltend machen konnte. Bilder der ersten Meister schmückten die Wände und auch die goldschimmernden Rahmen waren Kunstwerke in ihrer Art. In verschwenderischer Fülle strahlten die Wachskerzen von den Kronleuchtern und Girandolen ihr Licht aus, feine orientalische Wohlgerüche durchdufteten alle Räume.

In dem kleinen Speisesaal des Grafen saßen mit diesem noch zwei Personen auf kunstvoll geschnitzten und reich vergoldeten Lehnsesseln an dem runden Tisch.

Die Abendmahlzeit war beendet und abgetragen, in großen goldenen Körben ständen auf dem schneeigen Tafeltuch die seltensten Früchte und die verschiedenen Konfekte, welche die Kochkunst jener Zeit in so großer Vollkommenheit herzustellen verstand, in geschliffenen Krystallkaraffen funkelten die goldgelben und purpurroten Weine der berühmtesten Reben Italiens und vor den drei Herren standen hohe Kelche mit dem Wappen des Grafen geschliffen.

Der eine der Gäste war der Erzbischof von Pisa, Francesco Salviati, ein schlank gewachsener Mann von etwa fünfunddreißig Jahren mit einem feinen bleichen Gesicht, das mit seinem kleinen unter dunklen scharf gezeichneten Brauen hervorblitzenden Augen mehr listige Verschlagenheit als umfassendes und großes geistiges Leben ausdrückte; sein schwarzes Haar war glatt gescheitelt, das violette Gewand mit dem großen von Edelsteinen funkelnden Kreuz, das an einer goldenen Kette auf seiner Brust hing, sowie die feinen weißen Hände gaben ihm das außerordentlich elegante und vornehme Aussehen der hohen Prälaten jener Zeit, welche auf den Luxus ihrer Toilette fast ebenso viel Wert legten, als die Damen der so üppigen und prachtliebenden großen Welt.

Neben ihm saß ein hochgewachsener Mann von athletischer Gestalt, der in seiner Kleidung und Haltung das unverkennbare Bild eines jener Soldaten vom Handwerk zeigte, welche nur vom Kriege lebten und ihre Dienste bald dem einen bald dem anderen Herrn gegen hohe Belohnung zur Verfügung stellten, um in den zahlreichen Fehden der großen und kleinen Staaten die Mannschaften anzuwerben und zu führen, die ihnen um so leichter und bereitwilliger zuströmten, je größer der Siegesruhm der Kondottiere war und je mehr dieselben Plünderung und reiche Beute in Aussicht stellten.

Er trug ein anschließendes Wams von grauem Wollenstoff mit roter Seide besetzt; sein dunkelbraunes Haar war kurz und kraus gelockt und sein wettergebräuntes Gesicht, mit dem spitzgestutzten Bart, zeigte soldatische Entschlossenheit, dabei aber auch eine gewisse freundliche Gutmütigkeit; er trug einen großen Stoßdegen an einem Bandelier von starkem Leder, um dessen Griff er seine nervige Hand gespannt hielt.

Der Graf Girolamo ging Francesco entgegen und führte ihn zu einem für ihn bereit stehenden Sessel.

»Es ist schön von Euch, edler Francesco,« sagte er, »daß Ihr Euer Wort haltet, Ihr kommt früher noch, als ich Euch erwartet, aber gerade zu rechter Zeit, denn bei der Sache, die wir eben besprochen, sind Euere Meinung und Euer Rat von großem Wert. Erlaubt, daß ich Euch hier den tapferen Herrn Giovan Battista de Montesecco vorstelle, der seinen tapferen und berühmten Degen meiner Sache zur Verfügung gestellt hat und die Truppen befehligt, welche ich in der Romagna zusammenziehe, um dort für meine Besitzungen sichere Deckung zu schaffen.«

Francesco begrüßte den ihm seit lange bekannten Erzbischof, der aus einer seinem Hause nahestehenden florentinischen Familie stammte, verbeugte sich mit etwas zurückhaltender Höflichkeit gegen Montesecco und erklärte mit freudiger Bereitwilligkeit, dem erlauchten Grafen in jeder Weise mit Rat und That dienstbar zu sein, wie es ja seine Pflicht und Schuldigkeit gegen den Neffen Seiner Heiligkeit des Papstes sei, »obgleich,« fügte er hinzu, »der heilige Vater, wie es scheint, das Haus Pazzi nicht mit besonders gnädigen Blicken ansieht, da er ja den Medici, die doch wahrlich nichts vor uns voraus haben, das Schatzmeisteramt verliehen hat.«

»Das hat mein gnädigster Oheim gethan,« rief Graf Girolamo, »weil er voraussetzte, daß die Medici sich einer solchen Ehre würdig zeigen würden und weil er den Versicherungen der Ergebenheit Glauben schenkte, die Lorenzo ihm schriftlich und mündlich so oft wiederholte, aber leider hat der heilige Vater sich getäuscht und die Medici haben die Probe nicht bestanden.«

»Und wie das?« fragte Francesco aufhorchend.

»Könnt Ihr Euch denken, Signor Francesco,« rief Girolamo, »daß dieser doppelzüngige Tornabuoni mir erklärt hat, die Mediceische Bank sei außer stande, die dreißigtausend Goldgulden aufzubringen, welche der heilige Vater an Mailand als Kaufpreis für Imola zu zahlen hat, das mein gnadenreicher Oheim mir geschenkt, und ich bin doch gewiß, daß Lorenzo allein in seinen Gewölben mehr als diese Summe liegen hat.«

Eine düstere Freude blitzte in Francescos Augen auf.

»Das hätten die Medici gewagt?« fragte er, »und warum sind sie denn nicht, wenn ihre Mittel nicht ausreichen, zu anderen gekommen –«

»Sie wollen das gethan haben,« fiel Girolamo ein, »aber weder die Altoviti noch die Chigi und die anderen großen Bankhäuser wären im stande gewesen, das Geschäft zu machen.«

»Das ist nicht wahr,« rief Francesco, »und wenn jene Häuser selbst so sprachen, so ist es nur, um den Medici zu gefallen, zu denen sie ja wie zu ihrer Vorsehung aufblicken.«

»So glaubt Ihr,« fragte Niario, »daß die Medici soweit ihre Pflichten verleugnen, um nicht nur selbst dem heiligen Vater diesen Dienst zu verweigern, sondern auch andere davon zurückzuhalten?«

»Das glaube ich gewiß,« sagte Francesco, »denn der beste Beweis ist, daß sie bei mir nicht angefragt haben.«

»Aber welchen Grund sollten sie dazu haben,« sagte der Erzbischof mit einem lauernden Blick, »ein solches Verhalten wäre ja eine Beleidigung des heiligen Vaters, ein Verrat an dem apostolischen Stuhl, dessen Schatzmeisteramt sie führen.«

»Weshalb?« sagte Francesco, »das ist leicht beantwortet, hochwürdigster Herr. – Ist es nicht bekannt und aus allem ersichtlich, daß dieser Lorenzo ganz Italien nach seinem Willen beherrschen möchte, wie er seine eigene Vaterstadt unter eine unerträgliche Tyrannei gebeugt hat? Er will selbst den heiligen Vater die Abhängigkeit von seinem Willen fühlen lassen und ihm zeigen, daß er ohne Lorenzos Zustimmung nichts zu thun vermöge. Und gerade in dieser Angelegenheit ist der böse Wille Lorenzos um so deutlicher erkennbar, er wie sein ganzes Haus streben danach, die Romagna in den Besitz oder die vollständige Botmäßigkeit von Florenz zu bringen, das heißt also in den Besitz des Hauses Medici, das ja nur dahin arbeitet, ein großes toskanisches Herzogtum für sich durch die demokratische Tyrannei aufzurichten. Darum will er gerade Euch, erlauchter Graf, dort an den Grenzen nicht in festem und starkem Besitz Fuß fassen lassen und darum den Erwerb von Imola für Euch unmöglich machen, indem er die Beschaffung der Kaufsumme verhindert. O das ist alles leicht zu durchschauen, wie wir es schon lange durchschaut haben. Wir, die alten vornehmen Geschlechter von Florenz, welche durch die tückische Demagogie der Medici von allem Einfluß zurückgedrängt sind, wir denken anders, wir würden es mit Freuden sehen, wenn an unseren Grenzen starke Verbündete zur Vertretung des Rechts gegen den blinden Pöbel, der die Medici auf seinen Schultern emporhebt, vorhanden wären, und wenn besonders der apostolische Stuhl durch seine Getreuen, wie Ihr es seid, erlauchter Graf, dort einen festen Einfluß erhielte, der überall das Recht schützte und die demokratische Tyrannei unmöglich machte.«

»Der edle Francesco hat in allem Recht, was er sagt,« bemerkte der Erzbischof, »es ist nur der persönliche Ehrgeiz Lorenzos, der die Romagna zu einem florentinischen Vasallenstaat machen möchte und der auch die Macht und den Einfluß des Papstes unseres heiligen Vaters von den Grenzen seiner auf den Pöbel gestützten Herrschaft fern halten möchte. Hat er es doch gewagt, mir, obgleich ich aus florentinischem Hause stamme, den Besitz des erzbischöflichen Stuhls von Pisa, den Seine Heiligkeit mir verliehen, zu verweigern und es ist jetzt erst mit Mühe gelungen, seine Einwilligung zu erlangen, daß ich mich dorthin begeben dürfe, um mein Amt anzutreten.«

»Und das ist erst geschehen,« rief der Graf Girolamo, heftig auf den Tisch schlagend, »nachdem ich dem hochmütigen Medici die schriftliche Versicherung gegeben, daß Seine Heiligkeit bei Eurer Ernennung, hochwürdiger Herr, nicht die Absicht gehabt habe, die florentinische Republik oder das Haus der Medici zu kränken.«

»Eine solche Versicherung,« rief Francesco Pazzi, »ist eine Demütigung des heiligen Stuhls, gegen welche sich alle, die demselben in Wahrheit ergeben sind, erheben sollten. – Wie darf Lorenzo von Medici es wagen, einem Fürsten der Kirche den Einzug in den Sitz des ihm von dem heiligen Vater verliehenen Erzbistums zu verweigern. Daß des heiligen Vaters Weisheit es hier nötig hat erachten müssen, einen solchen Trotz stillschweigend zu dulden, ist tief zu beklagen, denn nun wird der Hochmut der Medici ohne Maß sich steigern, und jeder Versuch, die päpstliche Herrschaft und den päpstlichen Einfluß in Umbrien und der Romagna zu befestigen, wird vor diesem trotzigen Ehrgeiz scheitern.«

»Aber was ist zu thun,« rief Girolamo, »um einen solchen illoyalen Ehrgeiz eines einzelnen von der Hefe des Pöbels emporgetragenen Mannes zu brechen?«

»Zunächst ist es nötig,« erwiderte Francesco, »den heiligen Vater davon zu überzeugen, daß er sich in seinem Vertrauen getäuscht hat, daß die Medici mit ihren Ergebenheitsversicherungen ihn betrügen und die schlimmsten Feinde des heiligen Stuhls und damit des Friedens, der Eintracht und der Macht Italiens sind.«

»Ein solcher Beweis ist schwer zu führen,« sagte der Erzbischof, »da Seine Heiligkeit sich nicht so leicht von so tiefer und unverbesserlicher Schlechtigkeit wird überzeugen lassen. Wenn man beweisen könnte,« fügte er mit lauerndem Blick hinzu, »daß die Medici ihn in der Angelegenheit des Kaufs von Imola betrogen hätten und die Geldnot nur vorschützten, um den Grafen Girolamo und damit die päpstliche Obermacht von der Romagna fern zu halten –«

»Diesen Beweis werde ich führen, hochwürdigster Herr!« rief Francesco Pazzi. »Die Medici haben behauptet, daß die Kaufsumme für Imola auch unter der Mitwirkung anderer Bankhäuser nicht zu beschaffen sei. Nun wohl, sie soll beschafft werden, ich stelle die dreißigtausend Goldgulden nach Ablauf einer Woche Seiner Heiligkeit zur Verfügung und was das Haus Pazzi allein thun kann, das sollten die Medici doch zu stande zu bringen vermögen, wenn sie den Beistand der ihnen Verbündeten Häuser anrufen!«

»Bei Gott,« rief Girolamo, der Beweis ist schlagend und wenn Ihr ihn führen könnt, edler Francesco, so ist Euch meine Dankbarkeit und Freundschaft für alle Zeit gewiß und Seine Heiligkeit wird sich wohl von der heuchlerischen Falschheit der Medici überzeugen müssen.«

»Und ich werde ihn führen, erlauchter Graf,« sagte Francesco, »mein Wort ist verpfändet und noch niemals ist das Wort eines Pazzi uneingelöst geblieben. – Verfügt über diese dreißigtausend Goldgulden, unsere Bank wird sie auf Eure Anweisung zahlen.«

Girolamo sprang auf, schüttelte Francesco die Hände und drückte ihn an seine Brust.

»Ihr seid ein Mann,« rief er, »wie ihn Italien bedarf, um in geschlossener Eintracht unter dem Schutz und der Führung des apostolischen Stuhls zu erstarken und der Welt zu gebieten. Ihr seid Zeuge, hochwürdigster Erzbischof, und Ihr, tapferer Montesecco, daß ich mein Wort verpfände, jeden Wunsch des edlen Francesco zu erfüllen, soweit meine eigene Kraft und mein Fürwort bei meinem geheiligten Oheim reicht.«

»O ich freue mich von Herzen,« sagte der Erzbischof, während Girolamo mit Francesco anstieß und seinen Kelch in einem langen Zuge leerte, »der edlen Gesinnung meines jungen Freundes und Landmannes, die ja in dem Hause der Pazzi erblich ist; um so trauriger aber ist es, daß dies edle Haus in meiner Vaterstadt zurückgedrängt ist von der ihm gebührenden und in einer ruhmreichen Geschichte begründeten Stellung, daß der tückische und treulose Lorenzo unumschränkt gebietet in dem schönen Florenz, das nur noch den Namen der Republik führt.«

»Was ist dagegen zu thun,« sagte Francesco seufzend, »der Pöbel in seiner Masse gehorcht blindlings dem Lorenzo, der ihm schmeichelt, wie es alle Tyrannen schon im Altertum thaten.«

»Und dagegen,« rief Graf Girolamo, »sollten die edlen Geschlechter, die doch von Gott und der Geschichte zur Herrschaft berufen sind, machtlos sein? – Wenn sie nur wollen, so müssen sie doch eine solche Herrschaft ohne Recht und vaterländische Gesinnung zerbrechen können.«

»Das müßten sie wohl,« sagte der Erzbischof, während Francesco finster vor sich niederblickte, »wenn sie den Mut des Wollens und Handelns fänden.«

»Dieser Mut,« rief Francesco auffahrend, »ist vorhanden, hochwürdigster Herr und wenn nirgends anders, so lebt er im Hause der Pazzi! – Von uns wird keiner zurückbleiben uns wohl würden noch manche uns folgen, die, wie wir, knirschend nur das Joch der Emporkömmlinge tragen! – War nicht,« rief er immer feuriger, »Pazzo de Pazzi an der Seite Gottfrieds von Bouillon im heiligen Kreuzzuge nach Jerusalem gezogen und trug nicht Giacomo de Pazzi in der Schlacht von Perti das Banner von Florenz? Glänzen nicht in unserem Schilde die goldenen Fische als heiliges Symbol für des Heilands Namen und die vier Doppelkreuze, welche zeigen, daß wir nur in dem Kreuz unsere Kraft und unsere Ehre suchen? – Und was sind die Medici – wo kommen sie her? Niemand weiß es, niemand vermag es zu sagen, wenn auch die Schmeichelei diese sechs Kugeln in ihrem Schilde, der wahrlich nicht unter der Kreuzesfahne nach Jerusalem getragen wurde, bis zu den Äpfeln der Hesperiden zurückführt, wenn sie selbst auch behaupten, daß diese Kugeln runde Male von der Streitkeule eines Riesen bedeuten, wahr ist es doch, daß diese Kugeln Pillen oder Schröpfköpfe sind und mit dem Namen übereinstimmen, den ein längst vergessener und nicht zu den Priestern des Äsculap emporgestiegener Vorfahr der plebejischen Tyrannen auf seine Nachkommen übertrug. Das wahnsinnige Volk, wenn es nach diesem seltsamen Wappen seinen Abgöttern sein Palle – Palle entgegenbrüllt, denkt nicht daran, welch bitterer Hohn in solchem Ruf liegt, denn reichen sie diesem Volk nicht die überzuckerten Giftpillen, die in seinem Mark den festen Mut und die treue Liebe zum Vaterlande zerstören – setzen sie nicht die Schröpfköpfe an, um aus seinem Blut die Nahrung zu ziehen für ihren Hochmut und ihre prachtschimmernden Feste, mit denen sie die Sinne bethören?«

  • Text-Herkunft: Gemeinfrei
  • Text-ID 5497
  • Hinzugefügt am 23. Mai 2014 - 12:18 Uhr

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Einsteller: sophie-clark

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